Concept2 vs. WaterRower: Welches Rudergerät ist besser?

Zwei Rudergeräte im direkten Vergleich

Dieser Testbericht bezieht sich auf den Concept2 D und den WaterRower Natural, die beide über Monate hinweg intensiv getestet wurden. Wenn es darum geht, das beste Rudergerät für zu Hause zu finden, so werden einem meist diese beiden Modelle Vorgeschlagen. Beide Geräte sind Modelle der Spitzenklasse und extrem hochwertig Verarbeitet und sehr wartungsarm.

Lohnt es sich so viel Geld für ein Rudergerät auszugeben?

Günstige Rudergeräte gibt es heutzutage wie Sand am Meer und für manche Personen macht es auch Sinn, sich erst einmal ein günstiges Modell zuzulegen. Vielleicht verwenden Sie es nur sehr selten oder wollen das Indoor Rudern erst einmal testen, bevor Sie Ihre Ersparnisse ausgeben. Wenn Sie sich aber sicher sind, dass Sie regelmäßig rudern werden und gerne mit einem hochwertigen Gerät arbeiten wollen, auf dem Sie mehr Spaß haben und dass nicht an allen Ecken und Enden quietscht, dann lohnt es sich, mehr auszugeben. Ein Rudergerät dieser Preisklasse wird Ihnen kein Kopfzerbrechen bereiten und Zeit verschlingen, durch ständig anfallende Reparaturarbeiten. Stattdessen werden Sie sich jedesmal auf das Training freuen.

Concept2 vs. WaterRower

concept2 vs waterrower banner

Haben Sie entschieden, sich ein Rudergerät der Spitzenklasse zuzulegen, so stehen Sie nun vor der Frage: Concept2 oder WaterRower? Um es vorweg zu nehmen: Beide Geräte sind außergewöhnlich gut. Sie werden den Kauf nicht bereuen, egal für welches Modell Sie sich entscheiden. Keine der Maschinen ist besser als die andere, es kommt viel mehr darauf an, was Ihre persönlichen Ziele sind und für welchen Einsatzzweck Sie das Rudergerät verwenden möchten. Ganz klar ist das Concept2 das populärere Rudergerät, vor allem auch durch die offizielle Zusammenarbeit mit Crossfit. Ich würde Ihnen jedoch davon abraten ein Fitnessgerät wegen dessen Popularität zu kaufen, vielmehr sollten Sie Ihre Kaufentscheidnung davon abhängig machen, wofür Sie das Gerät verwenden wollen.

Beide Rudermaschinen sind die besten für Ihren jeweiligen Einsatzzweck.

Optik

Wenn es um das Aussehen geht, so muss man ganz klar sagen, dass der WaterRower hier die Nase vorn hat. Das natürliche Holzdesign sieht einfach in jedem Wohnzimmer oder Büro spitze aus, während sich der Concept2 vom Design her eher im Hobbyraum oder der Garage wohl fühlt.

Der Aufbau des Concept2 ist sehr einfach und geht schnell: Mit nur einem Klick hat man die Laufschiene in den Rest des Modells eingehängt und kann direkt mit dem Rudern anfangen.

concept2 d pm3 senkrechtBeim WaterRower dauert der Aufbau ca. 1 Stunde. Bedenkt man, dass man mit diesen Geräten Jahrzehnte trainieren kann, so spielt die Aufbauzeit allerdings kaum eine Rolle. Beim Aufbau des WaterRowers sollten Sie vorher die Anleitung gründlich lesen. Achten Sie außerdem darauf, dass sich keine ungewollten Gegenstände im Tank befinden, damit Sie diesen nicht von Innen zerkratzen. Befüllen Sie den Tank anschließend (eine Wasserstandsanzeige befindet sich auf der linken Seite) und kalibrieren Sie anschließend mit dem Computer.

Ein Vorteil des WaterRowers besteht darin, dass man diesen sehr leicht senkrecht Aufstellen kann und er so wenig Platz wegnimmt. Der Wassertank stabilisiert das ganze. Den Concept2 muss man zur senkrechten Lagerung erst auseinander bauen, was allerdings auch nur wenige Handgriffe benötigt.

waterrower stand up

Luft- vs. Wasserwiderstand

Der WaterRower verwendet ein patentiertes Wasserwiderstandssystem namens WaterFlywheel. Die Vorteile liegen vor allem in einem natürlicherem Rudergefühl und einem sehr viel geringeren Geräuschpegel beim Training. Das sanfte plättschern des Wassers im Tank wirkt sehr entpsannend und hilft Ihnen beim Training völlig abzuschalten und sich auf das Training zu konzentrieren. Außerdem sieht das ganze auch super aus, für einen zusätzlichen optischen Effekt gibt es auch eine spezielle Wasserfarbe, die das Wasser blau färbt. Der geringere Geräuschpegel macht den WaterRower interessant, für alle die Ihn in die eigene Wohnung stellen möchten. Der Concept2 ist sehr laut, besonders beim sehr intensiven Training, was im Fitnessstudio oder in der Garage wenig ausmachen sollte, in einem Mietshaus aber sehr belastend für die Nachbarn sein kann.

Die Widerstandseinstellungen sind bei beiden Modellen sehr unterschiedlich. Beim WaterRower kann zwar über die Füllmenge an Wasser der Widerstand verändert werden, dies macht man aber sicherlich nicht vor jedem Training. Hier wird vor allem die Natur des Wassers als Widerstand verwendet. So muss, um die doppelte Rudergeschwindigkeit erreicht zu werden, die 4x Kraft aufgewendet werden. Sie wollen mehr Widerstand? Einfach stärker ziehen! Beim Concept2 kann der Widerstand in 10 Stufen verändert werden, in dem die Luftzufuhr reguliert wird. Mit beiden Systemen können für jeden ausreichend starke Widerstände erzeugt werden, egal ob für Cardio-, Ausdauer-, oder Krafttraining.

Schauen wir uns nun den genauen Ablauf der Bewegung an. Ziehen wir beim WaterRower, so müssen wir erst das Wasser in Bewegung setzen (bzw. beschleunigen). Hier herscht von Anfang an ein sehr hoher Widerstand. Ziehen wir kräftig am Kabel, so wird das Wasser nach Außen gedrückt und der Widerstand nimmt leicht ab. Erst am Ende der Bewegung, wenn die Geschwindigkeit der Turbinenblätter wieder abnimmt und das Wasser wieder in die Ausgangsposition gelangt, nimmt der Widerstand wieder zu. Der Effekt ist zwar nur sehr gering, aber er bedeutet, dass das Rudergefühl leicht unebener als beim Concept2 ist, welcher nur eine Beschleuningungs- und eine Bremsphase hat.

Was besser ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Mir persönlich ist das Wasserbremssystem lieber, da ich gerne dem Wasser zusehe und mehr Spaß damit habe, bei jedem Zug das Wasser an die Tankwand zu drücken, als einfach nur Luft in Bewegung zu setzen.

Rudern & Ergonomie

Neben dem Bremssystem, gibt es eine Reihe anderer Bereiche, in denen sich die beiden Modelle unterscheiden. So verwendet der Concept2 eine Kette, um das Laufrad anzutreiben. Im Gegensatz dazu verwendet der WaterRower einen Riemen, dessen Vorteil ein geräuschärmerer Betrieb ist. Gepaart mit den guten Dämpfungseigenschaften von Holz und der leisen Wasserbremse, ist der WaterRower aktustisch sehr angenehm, wohingegen der Concept2 mit seinen Luftzugs- und Kettenrasselgeräuschen einen starken Kontrast dazu bildet.

Die Luftgeräusche des Concept2 sind durchaus als laut zu bezeichnen und die Kette verursacht einen Lärm, der eher an sägen als an rudern erinnert. Vielen Trainierenden ist das aber egal, manche sagen sogar Sie brauchen das.

Der Concept2 verwendet eine Laufschiene aus Aluminium über welche der Sitz rollt. Der WaterRower verwendet eine Laufschiene aus Holz. Sind beide Schienen perfekt sauber, so sind beide Systeme sehr leise. Befinden sich aber Verunreinigungen auf den Schienen, so ist das weichere Holz leiser als die Aluminumschienen und auch die Gleiteigenschaften sind flüssiger.

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass die Laufschiene des Concept2 hinten höher ist als vorne. Dies hilft beim Beintraining, für Personen mit Knieproblemen ist die ebene Ausführung beim WaterRower aber von Vorteil.

Der Sitz des WaterRower ist deutlich weicher und angenehmer, für wenige € Aufpreis bekommt man jedoch beim Concept2 eine Sitzauflage, die diesen ebenfalls weicher macht.

Eine Sache die mich beim Waterrower immer störte, ist das Fußpedal. Leider kann man mit diesem sehr schlecht Barfuß trainiern, da hier scharfe Kanten stören.

Wartung & Kundenbetreuung

Beide Produkte sind für die Ewigkeit gebaut worden und verursachen bei korrekter Bedienung keine Probleme. Ein gelegentliches Abwischen der Geräte, um Schweißflecken zu vermeiden, sollte ausreichen. Der Wassertank des WaterRowers sollte ca. 1x im Jahr mit einer Chlortablette gereinigt werden, um Algenbildung zu vermeiden. 6 Stück davon werden mitgeliefert.

Die Kundenbetreuung ist bei beiden Herstellern A+. Hier gibt es keine Vorteile. Ersatzteile können sowohl bei Concept2 also auch bei WaterRower günstig und problemlos bestellt werden.

Trainingscomputer

concept2 d pm3 pcHier liegt der Concept2 ganz klar vorne. Das besondere am PM3 (dem standard Monitor der Concept2 D Serie) ist die Echtzeitkalibrierung, die Ihnen, egal auf welchem Concept2 Gerät Sie sitzen, auf die zehntel Sekunde genaue Zeitdaten liefert. Diese Genauigkeit ermöglicht es Ihnen, Ihren Trainingsfortschritt genaustens festzuhalten und mit anderen zu Vergleichen. Concept2 bietet sogenannte “Online Challenges” an, mit bestimmten Herausforderungen an bestimmten Tagen. Klettern Sie im Online Ranking nach oben und besiegen Sie Ihren Nachbarn oder Freunde.

Meiner Meinung nach liegt genau hier die Stärke des Concept2, da diese Challenges zusätzliche Motivation bietet. Es hat sich mittlerweile eine ganze Community um den Concept2 gebildet und Indoor Rudern damit zu einer Trendsportart gemacht.

waterrower s4Der S4 Monitor, mit dem der WaterRower ausgeliefert wird, wirkt dagegen wie ein Spielzeug. Zwar bietet er auch die Standardfunktionen wie Geschwindigkeit, Distanz, Anzahl der Schläge, Pulsanzeige, Zeit etc. aber es fehlen eben diese genialen Challenges-Funktionen. Die Messdaten sind leider nicht so genau, da es eben keine Echtzeitkalibration gibt. Dies ist in meinen Augen der größte Nachteil des WaterRowers gegenüber dem Concept2.

Kosten

Preislich spielen beide Produkte in der gleichen Liga, wobei die WaterRower-Produkte wenige hundert € teurer sind, was aber im Angesicht der langen Lebensdauer kein Kauf- bzw. Nicht-Kaufkriterium sein sollte. Das Standardmodell des WaterRowers ist derzeit für etwa 1300 € bei Amazon zu haben, die etwas kleinere Version mit der Bezeichnung A1 für ca. 1000 €. Der Concept2 D mit PM3 Monitor kostet ca. 1000 €.

Fazit

Ich denke dass beide Rudergeräte sehr gute Investitionen darstellen, Sie aber leicht unterschiedliche Märkte bedienen. Den Concept2 kann ich allen empfehlen, denen es weniger ums Aussehen, Platzsparen und Geräuschentwicklung geht, aber dafür umso mehr ums Training. Die Online Challenges machen sehr viel Spaß und helfen motiviert ans Training zu gehen.

Wem die oben genannten Punkte aber wichtig sind, der sollte sich einen WaterRower zulegen. Leben Sie in einer Mietwohnung ist vor allem der Geräuschpegel wichtig. Außerdem macht der WaterRower optisch einfach viel mehr her und man kann ihn als schicken Einrichtungsgegenstand im Wohnzimmer stehen haben.

Zusammenfassend sind beides tolle Geräte, entscheiden müssen Sie sich nur für den Einsatzzweck, denn nun wissen Sie welches Gerät wofür besser geeignet ist.

>> Lesen Sie hier Kundenrezensionen zum Concept2

>> Lesen Sie hier Kundenrezensionen zum WaterRower

 

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