Gyrotwister, Powerball: Gyroskopische Handtrainer im Test

gyrotwister testUrsprünglich unter anderem für die Raumfahrt entwickelt, um dem Muskelschwund der Astronauten entgegenzuwirken, erfreuen sich heute auch alle anderen an diesem interessanten Handtrainer.

Es ist eine kleine, etwa tennisballgroße Kugel mit einem kleinen Rotor im Inneren. Sie sieht unscheinbar aus, hat aber einen großen Aha-Effekt, sobald man sie einmal ausprobiert hat.

Mit dem Handtrainer werden die Hände, Unter- und Oberarme trainiert und der Trainingseffekt kann sich bis zu den Schultern hinaufziehen. Das kleine Gerät gibt es unter verschiedenen Markennamen, die bekanntesten sind jedoch der Powerball und der Gyrotwister.

Das Funktionsprinzip

Die Kugel besteht aus einer Plastikhülle, die zum Teil offen ist. Im Inneren dieser Plastikhülle befindet sich ein kleiner Rotor mit einem Metallkern von ca. 200 gr Schwungmasse.

Dieser Rotor ist mit einer Welle drehbar gelagert. Auf der Innenseite der äußeren Plastikhülle verläuft eine Nut, der sogenannte Äquator, an welcher dieser Rotor entlangläuft.

Mit zum Gerät wird eine kurze Schnur geliefert. Ein Ende dieser Schnur wird in ein kleines Loch des Rotors gesteckt und entlang einer Nut auf der Außenseite des Rotors umwickelt.

Nun gilt es, das Gerät in einer Hand zu halten und mit der anderen die Schnur schnell, aber vorsichtig wegzuziehen (wie bei einem der alten Spielzeugkreisel) und den Rotor in Bewegung zu bringen.

Damit nicht genug, muss mit Kipp- und Schwenkbewegungen der Hand der Rotor in Bewegung bleiben und je schneller man schwenkt, desto schneller läuft der Rotor am Äquator entlang.

Die hier entstehenden Fliehkräfte des Rotors spürt man in der Hand und je schneller der Rotor sich an der Nut englang bewegt, desto schwerer ist die Kugel zu halten und muss im Umkehrschluss immer fester gehalten werden.

Je mehr man schwenkt, desto schneller dreht sich der Rotor und desto mehr Kraft muss man aufwenden, die Kugel zu halten.

Gyrotwister wirbt damit, dass bei bis zu 16.000 Umdrehungen pro Minute eine Kreiselkraft von bis zu 17 kg entsteht. Dies kann die Hände und Arme ordentlich trainieren.

Wer das Gefühl hat, er kann den Ball nicht mehr halten, kann einfach sein Handgelenk locker lassen (trotzdem den Ball noch gut festhalten!) und der Rotor wird langsamer. Werden keine Schwenkbewegungen mehr gemacht, bleibt er irgendwann stehen.

Anfänger, die das Gerät noch nie in der Hand hatten, brauchen vielleicht ein paar Anläufe, um den Rotor in Bewegung zu bringen. Fortgeschrittene bringen den Rotor sogar einfach durch Daumenschnipsen zum Drehen. Das kann dann mit anderen spaßig werden und sogar zu Wettbewerben anspornen. Denn wer einmal den Dreh raus hat, will die Kugel nicht mehr aus der Hand legen.

Für wen ist der Handtrainer geeignet?

Geeignet ist dieser Handtrainer für jedermann, es wird jedoch empfohlen, dass erst Kinder ab 14 Jahren mit ihm spielen, denn kleine Hände können die Kugel noch nicht richtig greifen und bei hohen Umdrehungen kann man ihn leicht fallen lassen.

Für ältere Menschen kann er nützlich sein, denn er verbessert die Koordinationsfähigkeit und stärkt die Muskelkraft. Daher ist er gerade in der Rehabilitation ideal. Doch auch bei Menschen, die viel am PC schreiben und arbeiten, kann er Verletzungen und Entzündungen wie dem Karpaltunnelsyndrom oder dem RSI-Syndrom (Repetitive-Strain-Injury) entgegenwirken.

Perfekt ist er natürlich auch für den Sportler geeignet, der viel mit den Armen trainiert und bei dem Beweglichkeit der Hand- und Fingergelenke gefragt sind, wie z.B. Kletterer, Golfspieler oder Tennisspieler.

Es ist jedoch auch drauf zu achten, dass man ihn nicht übermäßig nutzt, denn bei zu intensiver Nutzung kann es auch zur Überbelastung der Hände und Gelenke kommen.

Übungen

Für das Training gibt es verschiedene Übungen, um seine Muskeln zu stärken.

  • Zum einen kann man den Ball einfach nur mit den Fingerspitzen halten und versuchen, die Drehbewegung des Rotors in Gang zu halten. Dies stärkt die einzelnen Finger und ist für das Klettertraining ideal. Wenn die Kraft nachlässt, wird auch der Rotor langsamer.
  • Die beliebteste Übung ist, die Kugel einfach in der Hand zu halten und die Kipp- und Schwenkbewegungen aus dem Handgelenk kommen zu lassen. Man kann auch versuchen, die Bewegungsrichtung zu ändern, sodass der Rotor einmal nach links und dann nach rechts verläuft. Dies verschafft Abwechslung für das Handgelenk. Die Übung ist ideal, um das Handgelenk zu lockern und ist für Sportarten perfekt, bei denen das Handgelenk gefragt ist, z. B. Tennis.
  • Um den Unterarm zu trainieren, kann man das Handgelenk einfach unbeweglich lassen und versuchen, die Bewegung des Rotors in der Kugel durch Bewegungen des Unterarms aufrecht zu erhalten. Die Übung ist gut, um die Durchblutung im Unterarm anzuregen und kann vor allem für Menschen, die viel am Computer sitzen, sinnvoll sein, um Sehnenscheidenentzündungen oder dem Karpaltunnelsyndrom vorzubeugen.
  • Man kann auch die Oberarme und die Schultern trainieren, indem man das Handgelenk, den Unterarm und den Ellbogen starr hält, den Arm ausstreckt und mit kreisenden Bewegungen aus der Schulter und dem Oberarm heraus den Rotor in Bewegung hält.

Was für Modelle gibt es?

powerball mit drehzahlmesser testMit der Zeit wurde an den ursprünglichen Modellen viel getüftelt und heute gibt es Handtrainer, die in verschiedenen Farben leuchten, je nachdem, wie schnell der Rotor sich dreht oder sogar mit kleinem Display, an welchem man die Drehzahl ablesen kann.

Powerball ist der Klassiker schlechthin, es gibt ihn jedoch auch mit LEDs, die bei steigender Drehzahl in verschiedenen Farben leuchten. Es gibt ihn auch schon mit integriertem LED-Drehzahlmesser. Den Gyrotwister gibt es mittlerweile auch mit LEDs und mit Software-Drehzahlmesser.

Der Rotadyn ist ein etwas günstigeres Modell, jedoch hat er ein Griffband mit kleinen Noppen, damit er besonders gut in der Hand liegt und nicht so schnell von den Fingern rutscht und herunterfällt.

Der Kernpower ist der erste gyroskopische Handtrainer aus Metall, sieht schick aus und liegt auf grund seiner Schwere und glattem Aluminium auch angenehm in der Hand. Er verspricht auch bis zu 20 kg Widerstand anstatt der üblichen 15 kg. Für den Kernpower gibt es auch eine edle Lederhülle, damit man ihn bequem und geschützt mit in den Urlaub nehmen kann.

Fazit

Eins ist klar – gyroskopische Handtrainer machen süchtig. Wer einmal den Dreh raus hat, mag ihn kaum mehr aus der Hand legen, er macht einfach zuviel Spaß. Zudem trainiert er auch Finger, Hände, Handgelenke, Unter- und Oberarme sowie bei manchen Übungen die Schultern. Und sorgt für eine guten Durchblutung obendrein. Manche veranstalten unter Freunden regelrechte Wettbewerbe, wer den Rotor nur mit Daumenschnipsen zum Drehen bringt oder wer ihn am schnellsten drehen kann. Mit Drehzahlmessern und Farb-LEDs ist dies möglich.

Comments (2)
  1. R. Schlifelner February 12, 2016
    • Max March 20, 2016

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